Vorbilder für die Minis gibt’s im eigenen Verein

Serie – Kinder in Bewegung: HSV Warberg/Lelm profitiert noch heute von einer gut zehn Jahre alten Idee. Der Verein hat Teams in allen Altersklassen.

Die Entwicklung im Handball im Kreis Helmstedt ist in den vergangenen Jahren – wie in vielen anderen (vor allem auch Ball-)Sportarten – rückläufig. Veränderte Interessenlagen der Kinder und die höheren schulischen Anforderungen an sie durch die Ganztagsschule, aber auch berufliche Verpflichtungen und Umzüge bei Erwachsenen sind Hauptgründe dafür. Beim HSV Warberg/Lelm fällt die Bestandsaufnahme dennoch nicht bedrohlich aus: „Seit der Gründung des HSV ist die Zahl unserer gemeldeten Spieler weitgehend konstant“, sagt Frank Renneberg, der als Handballobmann des TSV Lelm zunächst die Jugendspielgemeinschaft aus Warberg und Lelm und später den HSV mit auf den Weg gebracht hatte. „Wir sind in den letzten Jahren allerdings jünger geworden“, so der 39-Jährige.

Der HSV hat zurzeit in allen Altersklassen Mannschaften gemeldet, in der männlichen E- und B-Jugend gibt es gar jeweils zwei Teams. Hinzu kommen fünf Mini-Mannschaften mit insgesamt rund 50 Kindern. Obwohl es immer schwerer wird, engagierte Eltern und ehrenamtliche Trainer zu gewinnen, kann der Verein den Kindern zurzeit eine durchgehende Förderung anbieten – angefangen beim ersten Ausprobieren bei den Minis bis hoch zu den A-Jugendlichen, die in dieser Saison erstmals die Qualifikation für die Oberliga schafften, und den Landesliga-Herren.

 

Der Verein profitiert dabei bis heute von einer Initiative, die gut zehn Jahre zurückliegt. „Wir haben damals mit dem TSV Lelm eine Ballgewöhnung in Rottorf angeboten, das hat uns einen riesigen Zulauf gebracht“, blickt Renneberg zurück. Etwa 40 bis 50 Kinder ab 3 Jahren hätten damals den Weg zum Handball gefunden – so schlug der TSV sogar dem scheinbar übermächtigen Fußball ein Schnippchen.

Nicht nur beim Blick auf die erfolgreiche A-Jugend, sondern auch im Herrenteam zeigt sich, dass der HSV die Früchte seiner guten Jugendarbeit erntet. Trainer Daniel Heimann hat es geschafft, gleich mehrere junge Spieler aus den eigenen Reihen ins Team zu integrieren und den HSV so für die Zukunft zu wappnen.

Die Grundlagen hierfür wurden und werden indes schon früher gelegt, teils eben schon bei den Minis. „Ich habe den Ansatz, dass wir bis zur C-Jugend Einzelspieler ausbilden. In den ersten Jahren geht es darum, die Grundlagen zu schaffen“, erläutert Renneberg, der von 2014 bis Anfang 2017 der Leiter des HSV war und heute noch die weibliche D-Jugend trainiert. Seien die Grundlagen vorhanden, falle es später einfacher, die Spielintelligenz und Übersicht zu entwickeln, die für das Zusammenspiel im Handball vonnöten sind.

Das aufbauende Training und die – nach Altersklassen – durchgehende Betreuung beim HSV schafft auf der einen Seite Ehrgeiz. So nehmen die „Minis“, die im Training für die Kleinsten unterfordert wären, schon am E-Jugend-Training teil. Eines der zum Spielbetrieb gemeldeten E-Teams setzt sich sogar komplett aus Minis zusammen.

Diese Förderung und die Verzahnung der Teams schafft zudem eine Bindung. „Beispielsweise haben beim letzten Heimspiel unserer A-Junioren fünf Minis mit ihren Eltern zugeschaut“, berichtet Sinja Rüger, die die weibliche E-Jugend trainiert und auch die Minis und E-Junioren-Teams mit organisiert. Die Kleinen im HSV haben also die Vorbilder im eigenen Verein. Dass auch bei den Herren auf die Jugend gesetzt wird, zeigt dem Nachwuchs außerdem eine Perspektive auf.

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 03.03.2018

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