Hohe Emotionalität durch Schnelllebigkeit des Spiels

Serie – Kinder in Bewegung: Vom Fangen und Werfen bis hin zum Vollgas-Sport. Im Handball können sich die Aktiven keine Auszeit nehmen.

Fangen, Passen, Prellen, Werfen – die Grundlagen des Handballs sind identisch mit denen in anderen Ballsportarten. Auch der Mannschaftsgedanke, das gemeinsame Erleben von Sieg, aber auch von Niederlage, ist kein Alleinstellungsmerkmal des Handballsports. Was aber macht diese Sportart aus?

Für Jürgen Nitsche, Vorsitzender des Kreissportbundes Helmstedt und nach eigener Aussage begeisterter Zuschauer von Spitzenhandball, ist es vor allem eines: „Ich finde Handball ist unheimlich emotional, weil ständig Tore fallen. Das überträgt sich auch auf die Spieler und Spielerinnen. In den Handballmannschaften ist ein stärkerer Zusammenhalt erkennbar.“

Dazu trage auch bei, dass Trainer durch die Möglichkeiten der Auszeiten während der Spiele viel mehr Einfluss nehmen können. Dadurch wächst das Gefühl, gemeinsam für den Erfolg zu kämpfen. Besonders aber trägt die Schnelllebigkeit des Spiels zur Emotionalität des Handballs bei: Die Spieler haben auf dem Feld keine Gelegenheit, sich schöpferische Pausen zu nehmen, sie sind körperlich und mental ständig gefordert. Das schnelle Hin und Her, Spiele, die oft in Kurven verlaufen – Handball vermag es, Aktive wie Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen.

Die Erfordernisse des Handballs gehen weit über die grundlegenden motorischen Fähigkeiten hinaus. Wird bei den Minis noch frei gespielt, gibt es bei den E-Junioren die Besonderheit, dass eine Halbzeit in einem speziellen System gespielt wird: Jedes Team besteht aus einer Abwehr- und einer Angriffsreihe mit je drei Spielern. Dabei darf ein Teil des Teams nicht die Hälfte des anderen Teils betreten. Heißt: Die Abwehrspieler verteidigen nur die gegnerischen Angriffe, versuchen, den Ball zu erobern und diesen dann über die Mittellinie zu einem angreifenden Mitspieler zu passen. Die Angreifer wiederum müssen sich gegen die Deckungsspieler behaupten und Tore erzielen. Wer trifft, geht auf die Bank, ein Abwehrspieler rückt in den Angriff, ein Auswechselspieler in die Abwehr. So entsteht eine Rotation in der Mannschaft – und im Idealfall die Möglichkeit, alle Spieler gleichermaßen zu fördern.

In der D-Jugend kommt noch die taktische Komponente hinzu, weil erstmals mit festen Positionen gespielt wird. Das wiederum fördert die Spielübersicht – nicht nur des Ballführenden, sondern auch der Mitspieler, die sich taktisch clever freilaufen müssen. So werden im Handball nach und nach die Anforderungen erhöht.

Ein großer Unterschied zwischen Handball und beispielsweise dem Fußball ist die Wechselmöglichkeit. „Handball ist nicht darauf aufgebaut, dass ein Spieler durchspielt. Handball baut darauf auf, Vollgas zu geben und dann runterzukommen, damit der Nächste drauf kann“, erklärt Frank Renneberg, Jugendtrainer beim HSV Warberg/Lelm.

Für Jürgen Nitsche macht das Mannschaftserlebnis die Sportart aus. Und damit der Nachwuchs diesen Teamgeist erleben kann, wirbt der KSB-Vorsitzende für Unterstützung: „Wir brauchen die Eltern, um Kindern zu ermöglichen, sich auszuprobieren.“

Zahlen und Fakten:

Im Rahmen der Bestandserhebung 2018 wurden dem KSB Helmstedt von 14 Vereinen im Kreisgebiet insgesamt 1510 Handballer gemeldet.

Der zahlenmäßig stärkste Stammverein im Kreis ist der TSV Lelm mit 238 gemeldeten Handballern. Ihm folgen der VfL Lehre (215) und der MTV Warberg (178).

Der HSV Warberg/Lelm kommt damit auf insgesamt 416 gemeldete Handballspieler und -spielerinnen. Die Handballfreunde Helmstedt-Büddenstedt kommen mit den von den Hauptvereinen TSV Germania Helmstedt (162 Mitglieder), VfL Neu Büddenstedt (103) und Helmstedter SV (72) gemeldeten Mitgliedern auf 337 Handballer.

Die Gesamtzahl der gemeldeten Mitglieder , die, so die Definition, „dem Handball verbunden“ sind, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Bei der Bestandserhebung 2017 waren noch 1760 Mitglieder gemeldet, das bedeutet für 2018 einen Rückgang um 250 Mitglieder, was 14,2 Prozent entspricht.

Die Vereine im Kreis Helmstedt , die Mitglieder im Handball gemeldet haben, sind neben den oben bereits genannten noch der MTV Schöningen (146), TC Schöningen (133), TSV Räbke (98), TSV Bahrdorf (85), Velpker SV (63), TSV Fichte Helmstedt (11), HC 1998 Weferlingen (4) und der TK Helmstedt (2).

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 03.03.2018

 

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