HSV-Entwicklung überrascht selbst den Trainer

Imposante Statistiken und starke Entwicklungen einzelner Spieler – es läuft beim HSV Warberg/Lelm.

Spielwitz, Konstanz, Tempo, Ballsicherheit. Vorzüge, die nur ein Tabellenführer auf sich vereinen kann. So wie der HSV Warberg/Lelm, der Beinahe-Start-Ziel-Spitzenreiter in der Hinserie der Handball-Landesliga. Nur einmal standen die Warberger nicht auf Platz 1, nämlich am 2. September.

Es war der 1. Spieltag der Saison und Warbergers Kreisrivale VfL Lehre hatte sein erstes Spiel mit 13 Toren Differenz gegen Langelsheim gewonnen, während der HSV „nur“ mit 30:20 gegen Moringen siegte. Seitdem marschiert das Team des Trainergespanns Niklas Wosnitza/Heinz Eickelen vor der Konkurrenz weg. Einziger Schönheitsfehler war die verdiente 26:32-Niederlage an Spieltag 9 bei bis dato Verfolger Eintracht Braunschweig. Davor und danach beherrschten die Warberger fast jeden Gegner nach Belieben, einzig im Nachbarschaftsduell bei der HG Elm (22:21) wurde es für sie noch einmal eng.

Diese Warnschüsse lassen die Warberger indes wachsam bleiben, denn sie wissen, dass sie mit nur zwei Minuspunkten eine gute, aber keine beruhigende Ausgangsposition für die Rückserie besitzen. Vor allem der Wiedereinstieg in die Saison nach der WM-Pause im Januar ist knackig. Der HSV muss zunächst beim MTV Moringen (3.) und der SG Zweidorf/Bortfeld (6.) antreten. Danach ist der MTV Vorsfelde II (12.) zu Gast, ehe dem HSV bei der SG Spanbeck/Billingshausen (2.) die nächste hohe Auswärtshürde bevorsteht. Ende Februar wissen die Warberger also, wohin die Reise für sie in dieser Spielzeit geht.

Die Zahlen des HSV nach der ersten Halbserie sind jedenfalls imposant: 33 Tore wirft das Team im Schnitt pro Spiel, schon im November knackte es die Tordifferenz-Marke von +100, was einem weiteren Pluspunkt gleichkommt. Heinz Eickelen weiß jedoch, dass seine Jungs längst nicht am Ende ihrer Entwicklung sind. Sind Spielverläufe eng, schwimme die Mannschaft. „Uns fehlt in engen Situationen manchmal eine ordnende Hand“, hatte Eickelen nach dem hauchdünnen Derbysieg bei der HG Elm festgestellt. Er meint damit einen erfahrenen Spieler, der das Tempo bestimmt, den Blick für besser postierte Nebenleute nicht verliert.

Passend zum Warberger Weg, konsequent auf die Jugend zu setzen, versucht der erst 18-jährige Tim Gronde diese Rolle als „Regisseur“ auszufüllen – und zeigt dabei, welch großes Talent in ihm steckt. Wie beim Sieg in Edemissen, als Tim Gronde seine Saison-Bestmarke von 13 Toren warf.

Eickelen ist indes nicht nur von Grondes Entwicklung überrascht. „Mich überrascht, mit welcher Konstanz die gesamte Mannschaft auftritt. Kommen wir ins Laufen, werfen wir viele Tore.“ Auch die neue Auswärtsstärke seiner Jungs überrascht den Trainer. „In der Vergangenheit hat Warberg höchstens zwei, drei Auswärtsspiele pro Saison gewonnen. Jetzt sind es schon fünf.“ Und so rechnet Eickelen vor: „Ziehen wir zu Hause weiter durch und gewinnen noch vier von sieben Auswärtsspielen, dann sind wir am Ende oben dabei.“

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 27.12.2018

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