Unsere 1. Herren haben im Heimspiel gegen den Lehrter SV eine klare 19:29 (11:15)-Niederlage hinnehmen müssen und damit den erhofften Befreiungsschlag nach der Pleite in Münden verpasst. Statt einer Reaktion setzte sich der Negativtrend fort – in einer Partie, in der wir nur phasenweise an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen konnten.
Starker Beginn – dann der Bruch
Dabei begann die Begegnung durchaus vielversprechend. Die Abwehr stand kompakt, Christian Rüger zeigte im Tor eine ordentliche Leistung, und im Angriff lief der Ball zunächst flüssig. Nach Treffern von Rutsch, Gronde und Wiegner lagen wir in der 15. Minute verdient mit 8:5 in Führung. In dieser Phase wirkten wir präsent, konzentriert und strukturiert.
Doch wie schon in den Vorwochen riss plötzlich der Faden. Im Positionsspiel schlichen sich Unsicherheiten ein, Würfe aus dem Rückraum fanden nicht mehr ihr Ziel oder blieben am Lehrter Torhüter hängen. Innerhalb weniger Minuten drehte Lehrte die Partie – vom 8:5 (15.) zum 8:9 (18.). Die Gäste agierten nun konsequenter, während wir zunehmend verkrampften.
Bis zur Pause setzte sich dieser Trend fort. Lehrte nutzte unsere Fehlwürfe und Ballverluste konsequent aus und stellte zur Halbzeit auf 15:11. Bereits zu diesem Zeitpunkt war spürbar, dass uns die Leichtigkeit der Hinrunde aktuell abgeht.
Offensivflaute entscheidet die Partie
Entscheidend wurde die Phase rund um die Halbzeit. Zwischen der 27. und 45. Minute gelangen uns übergreifend lediglich drei Treffer – ein Wert, der in einem Spiel gegen einen Titelaspiranten nicht ansatzweise ausreicht. Lehrte baute den Vorsprung in dieser Zeit kontinuierlich aus und stellte beim 13:21 (45.) frühzeitig die Weichen auf Auswärtssieg.
Trotz taktischer Umstellungen und personeller Wechsel gelang es uns nicht, noch einmal Zugriff auf die Partie zu bekommen. Trainer Andreas Simon versuchte mit veränderten Abwehrformationen und frischen Kräften neue Impulse zu setzen, doch nichts fruchtete nachhaltig. Am Ende revanchierte sich Lehrte mit einem souveränen 29:19-Erfolg für die deutliche Hinspielniederlage.
Ein Blick ins Spielprotokoll unterstreicht die Problematik: 26 Fehlwürfe sowie 13 Pass- und Technikfehler sprechen eine deutliche Sprache.
Klare Worte des Trainers
Entsprechend bedient zeigte sich Trainer Andreas Simon nach Abpfiff:
„Ich bin sprachlos. 26 Fehlwürfe, dazu 13 Pass- und Technikfehler. Solche Spiele kannst du – wenn überhaupt – nur dann gewinnen, wenn auch der Gegner einen rabenschwarzen Tag hat.“
Den Gefallen taten uns die Lehrter nicht. Sie agierten diszipliniert, strukturiert und nutzten unsere Schwächen mit der nötigen Abgeklärtheit. Eine solide Leistung reichte ihnen, um die Punkte verdient aus der Nord-Elm-Halle zu entführen.
Auffällig war zudem, dass wir in entscheidenden Momenten die nötige Selbstverständlichkeit vermissen ließen. Die Sicherheit im Abschluss, die Klarheit im Entscheidungsverhalten und die Dynamik im Tempospiel – all das war nur in Ansätzen zu sehen.
Blick nach vorn
Nach zwei Niederlagen in Folge steht der HSV vor einer wichtigen Phase der Saison. Entscheidend wird sein, die verloren gegangene Leichtigkeit schnellstmöglich zurückzugewinnen und das eigene Selbstvertrauen wieder zu stabilisieren. Gelegenheit dazu bietet sich bereits am kommenden Sonntag bei der schweren Auswärtsaufgabe in Altwarmbüchen.
Jetzt gilt es, geschlossen zu reagieren – mit klarer Struktur, höherer Konsequenz im Abschluss und der Bereitschaft, sich über Kampf und Disziplin wieder in die Spur zu bringen.


