Déjà-vu in Südniedersachsen: HSV unterliegt bei der TG Münden mit 24:26

Auch am Samstagabend kehrten unsere 1. Herren ohne Punkte aus Südniedersachsen an den Nord-Elm zurück. Wie bereits in der Vorsaison setzte es beim Tabellenletzten TG Münden eine bittere Niederlage. Nach 60 Minuten, in denen der HSV über weite Strecken lediglich auf Augenhöhe agierte und dem Spiel zu keinem Zeitpunkt seinen Stempel aufdrücken konnte, stand am Ende eine 24:26-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Dabei begann die Partie zunächst defensiv stabil. Insbesondere in der ersten Halbzeit wusste unsere Abwehr inklusive Schlussmann Christian Rüger zu überzeugen und ließ nur wenige klare Torchancen der Gastgeber zu. Offensiv offenbarte sich jedoch von Beginn an ein zentrales Problem: Aus dem Positionsspiel fehlte es an Durchschlagskraft, insbesondere aus dem Rückraum. Gute Wurfpositionen wurden entweder nicht konsequent herausgespielt oder blieben ungenutzt, sodass sich früh ein zähes, tempoarmes Spiel entwickelte.

Folgerichtig verlief der erste Durchgang ausgeglichen. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, beide Teams neutralisierten sich weitgehend. Mit dem 10:10 zur Pause war der Spielstand Ausdruck der Kräfteverhältnisse – aus HSV-Sicht allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. In der 25. Minute verletzte sich Toptorschütze Jannis Frädermann, der im weiteren Verlauf nur noch sporadisch bei Siebenmetern eingesetzt werden konnte und dem Angriffsspiel sichtbar fehlte.

Nach dem Seitenwechsel nutzte Münden die Situation konsequenter. Während der HSV weiter vergeblich nach Lösungen im gebundenen Angriff suchte, setzten die Gastgeber zunehmend Nadelstiche und erspielten sich Schritt für Schritt einen Vorsprung. Über das 15:13 in der 40. Minute und 22:17 in der 51. Minute stellten die Mündener die Weichen langsam, aber stetig auf Sieg. Zwar kamen wir in der Schlussphase noch einmal heran, echte Wendezeichen blieben jedoch aus. Am Ende feierte die TG Münden mit dem 26:24-Erfolg erst ihren zweiten Saisonsieg – aus HSV-Sicht eine entsprechend ernüchternde Bilanz.

Trainer Andreas Simon zeigte sich nach der Partie enttäuscht vom Auftritt seiner Mannschaft. „Wenn wir nicht in unser gewohntes Tempospiel kommen, müssen wir im Durchbruch und aus dem Rückraum schlagkräftig sein. Letzteres war heute nicht der Fall“, lautete seine nüchterne Analyse. Auf individuelle Kritik verzichtete der HSV-Coach bewusst, verwies stattdessen auf die Gesamtumstände.

Mit lediglich 24 erzielten Treffern stellte der HSV zudem einen Saisontiefstwert auf. In einer insgesamt sehr tempoarmen Begegnung – beide Teams kamen lediglich auf jeweils 55 Angriffsversuche – wogen die Ausfälle schwer. Neben dem weiterhin fehlenden Erik Gronde mussten mit Luis Wawryk und Pelle Peppel kurzfristig zwei ausgewiesene Umschalt- und Tempospieler passen. In der zweiten Halbzeit kam mit der Verletzung von Jannis Frädermann ein weiterer empfindlicher Einschnitt hinzu.

Unterm Strich bleibt ein enttäuschender Auftritt und ein weiteres schmerzhaftes Kapitel in Münden. Für uns gilt es nun, die Ursachen klar zu benennen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und schnell wieder zu der Konsequenz und Durchschlagskraft zurückzufinden, die in den vergangenen Wochen phasenweise ausgezeichnet hatte.

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