Unsere 1. Herren haben das Auswärtsspiel beim TuS Rotenburg knapp mit 30:32 (17:15) verloren und mussten nach einer intensiven, über weite Strecken ausgeglichenen Oberliga-Partie ohne Punkte die Heimreise antreten. Rund 300 Zuschauer in der Sporthalle der Pestalozzi-Schule sahen eine temporeiche Begegnung mit wechselnden Führungen und einer bitteren Schlussphase aus HSV-Sicht.
Personell stark gebeutelt – neben den Ausfällen von Erik Gronde und Luis Wawryk fehlte kurzfristig auch Spielmacher Jonas Gronde – präsentierten wir uns von Beginn an dennoch gut eingestellt. Trotz der Umstellungen im Rückraum fand der HSV immer wieder Lösungen, agierte mutig im Tempospiel und erarbeitete sich zur Pause eine knappe, aber verdiente 17:15-Führung.
Nach dem Seitenwechsel kamen jedoch die Gastgeber besser aus der Kabine. Rotenburg drehte die Partie in der 35. Minute erstmals (19:18) und erhöhte den Druck. Bis zum 25:25 in der 46. Minute blieb das Spiel völlig offen, ehe sich die Gastgeber in der Folgephase erstmals etwas absetzen konnten. Nach 52 Minuten lagen mit 27:30 zurück und schienen kurzzeitig ins Hintertreffen zu geraten.
Doch unsere Mannschaft bewies Moral. Mit einem energischen Zwischenspurt gelang drei Minuten vor dem Ende der Ausgleich zum 30:30. In der Crunchtime hatten dann allerdings die Gastgeber das glücklichere Händchen und entschieden die Partie mit zwei späten Treffern zu ihren Gunsten. Auch das direkte Duell der beiden Oberliga-Toptorschützen ging an Rotenburg: Lukas Misere erzielte neun Treffer, während Jannis Frädermann auf fünf Tore kam.
Trainer Andreas Simon zeigte sich trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams. In der entscheidenden Phase habe man sich allerdings durch aus seiner Sicht nicht nachvollziehbare Entscheidungen des Schiedsrichterinnen-Gespanns um den möglichen Lohn gebracht gefühlt. Zur ehrlichen Analyse gehörten aber auch die eigenen Schwächen: Zwölf Passfehler sowie die fehlende Durchschlagskraft im Positionsangriff erwiesen sich als spielentscheidend.
„Mit der Abwehr bin ich im Wesentlichen zufrieden, verloren haben wir das Spiel im Angriff. Jonas’ Durchbrüche und seine Spielleitung haben heute doch gefehlt – zumal wir nur in der ersten Halbzeit wirklich in unser Tempospiel gekommen sind“, so Simon. Auch die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: 30 Tore aus 70 Angriffsversuchen seien am Ende schlicht zu wenig gewesen.
Positiv hervorzuheben ist die Leistung von Nils Wiegner, der am Kreis gegen die körperlich starke Rotentenburger Abwehr einen schweren Stand hatte, mit drei Treffern und drei herausgeholten Siebenmetern aber dennoch ein gutes Spiel machte.
Unterm Strich bleibt eine knappe und ärgerliche Niederlage, aus der der HSV jedoch wichtige Erkenntnisse für die kommenden Aufgaben mitnehmen kann.


