30:32 in Barsinghausen: Wir geben die Partie nach der Pause aus der Hand

Mit einer 30:32-Niederlage beim HV Barsinghausen haben wir die Chance auf unseren nächsten Auswärtserfolg vergeben. Nach einer starken ersten Halbzeit und einer 18:14-Pausenführung verloren wir im Angriff den Faden, sodass auch eine erneute Drei-Tore-Führung und der spätere Ausgleich zum 27:27 nicht reichten, um Punkte mitzunehmen. Nach vier Spielen stehen wir nun bei 4:4 Punkten.

Dabei fanden wir gut in die Begegnung. Unsere Abwehr stand ordentlich, auch wenn wir bei einigen freien Bällen den Zugriff verpassten. Im Angriff erspielten wir uns gute Möglichkeiten und fanden wiederholt Lösungen gegen die Barsinghäuser Deckung. Wir bestimmten die erste Hälfte und gingen mit einem Vorsprung von vier Toren in die Kabine. Gemessen an unserem Auftritt wäre bis dahin eine deutlichere Führung möglich gewesen.

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Spiel jedoch. Barsinghausen verteidigte intensiver, während wir offensiv kaum noch an die Leistung vor der Pause anknüpfen konnten. Wir setzten uns im direkten Duell zu selten durch und verloren mit ungenauen Pässen unseren Spielfluss. Aus der Sicherheit der ersten Hälfte wurde ein Angriffsspiel, in dem wir zunehmend Mühe hatten, klare Chancen herauszuarbeiten.

Unser Trainer Heiko Böhm benannte diesen Bruch nach der Partie deutlich. „Nach der Halbzeit kommen wir offensiv gar nicht mehr ins Spiel. Sicherlich hat der Gegner dann etwas intensiver verteidigt. Aber gefühlt gewinnen wir keinen offensiven Zweikampf mehr, haben ein unsauberes Passspiel und werden in der Folge dann wieder mal kopflos.“

Folgerichtig war unsere Führung nach rund 40 Minuten aufgebraucht. Zwar konnten wir uns anschließend noch einmal mit drei Toren absetzen, bekamen die Begegnung aber auch mit diesem Vorsprung nicht dauerhaft unter Kontrolle. Barsinghausen holte erneut auf und ging beim 24:23 erstmals in Führung. Anschließend bauten die Gastgeber ihren Vorsprung auf 27:24 aus.

Am Ende kämpften wir uns sogar noch einmal zurück und stellten beim 27:27 erneut auf Ausgleich. Damit war plötzlich die Möglichkeit, trotz der schwachen zweiten Hälfte etwas mitzunehmen, wieder da. In der Schlussphase gelangen Barsinghausen jedoch erneut die besseren Aktionen. Der HV legte erneut vor, unsere letzten Treffer konnten die 30:32-Niederlage nicht mehr verhindern.

„Eine unnötige Niederlage. In der 1. Halbzeit dominieren wir den Gegner“, lautete Böhms Urteil. Dass wir diesen Vorteil nach der Pause verspielten, führte er vor allem auf unsere eigenen Fehler zurück. „So bringen wir uns letztlich um den Erfolg.“

Barsinghausens Trainer Roland Schwörer sah die Vorteile über die Spielzeit verteilt und hätte auch eine Punkteteilung für angemessen gehalten. „Ich denke, beide Mannschaften haben jeweils eine Halbzeit überzeugt und dafür gesorgt, dass prinzipiell wahrscheinlich eher eine Punkteteilung korrekt gewesen wäre. Unterm Strich sind wir natürlich ganz froh, dass wir dann zwei wichtige Punkte zu Hause eingesammelt haben.“

Für den weiteren Saisonverlauf erwartet Schwörer angesichts der bisherigen Ergebnisse eine ausgeglichene Liga. Seine Hoffnung ist, dass sich beide Mannschaften im gesicherten Mittelfeld stabilisieren können. Zum Abschluss wünschte er uns für die kommenden Wochen auch mit Blick auf unsere Personalsituation alles Gute.

Für uns bleibt die Aufarbeitung einer Partie, die wir vor der Pause über weite Strecken im Griff hatten. Die erste Hälfte hat gezeigt, dass wir uns gute Chancen erspielen und aus einer geordneten Deckung heraus das Spiel bestimmen können. Nach der Pause fehlten uns gegen die intensivere Abwehr die erfolgreichen Zweikämpfe und die Präzision im Passspiel. Daran müssen wir arbeiten, um auch unter größerem Druck im Angriff handlungsfähig zu bleiben und eine Führung über die Zeit zu bringen.

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