Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt gegen Plesse-Hardenberg mussten wir im ersten Auswärtsspiel der neuen Spielzeit die erste Niederlage hinnehmen. Beim MTV Groß Lafferde unterlagen wir nach einer lange offenen Partie mit 29:34. Ausschlaggebend war vor allem eine Schlussphase, in der wir nach eigener Führung zu viele einfache Fehler produzierten.
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Begegnung zweier Mannschaften auf Augenhöhe. In der ersten Halbzeit fanden wir defensiv gut in die Partie und konnten uns auch auf eine starke Torhüterleistung verlassen. Im Angriff fehlte uns dagegen häufig der nötige Zug zum Tor. Zu oft bewegten wir den Ball nur quer zur die Abwehr, ohne die Defensive der Gastgeber wirklich unter Druck zu setzen.
Auch Groß Lafferde tat sich offensiv zunächst schwer. Beide Torhüter prägten die Anfangsphase, sodass sich ein vergleichsweise torarmes Spiel entwickelte. Mit einem 11:13-Rückstand aus unserer Sicht ging es schließlich in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild. Wir agierten deutlich entschlossener, erhöhten den Druck im Positionsangriff und fanden zunehmend bessere Lösungen. Gleichzeitig nahm das Tempo auf beiden Seiten deutlich zu.
Die Partie blieb eng. In der 45. Minute gelang uns beim 21:21 der Ausgleich, wenig später konnten wir das Spiel sogar drehen. Beim 26:25 lag das Momentum erstmals klar auf unserer Seite und die Möglichkeit war da, die Begegnung endgültig in unsere Richtung zu lenken.
Diese Phase konnten wir jedoch nicht nutzen. Mehrere schlechte Entscheidungen im Angriff führten zu schnellen Ballverlusten und eröffneten Groß Lafferde einfache Möglichkeiten im Umschaltspiel. Die Gastgeber bestraften diese Fehler konsequent, setzten sich in der Schlussphase ab und brachten den Vorsprung sicher ins Ziel.
Am Ende stand aus unserer Sicht eine 29:34-Niederlage.
Auch Groß Lafferdes Trainer sah ein Duell, das lange Zeit in beide Richtungen hätte kippen können: „Es war ein sehr intensives Spiel auf beiden Seiten. Die erste Halbzeit war vielleicht von einer gewissen Nervosität beider Mannschaften geprägt, gerade was die Abschlüsse anging. Dazu kamen sehr starke Keeperleistungen.“
In der zweiten Hälfte hätten beide Teams dann deutlich mehr Tempo aufgenommen. Gerade in der Crunchtime seien es letztlich Nuancen gewesen, die den Ausschlag zugunsten der Gastgeber gegeben hätten.
Auch HSV-Trainer Heiko Böhm sah das Ergebnis unter dem Strich als verdient an, hob aber die Leistungssteigerung nach der Pause hervor: „Wir hatten zu viele Spielphasen, in denen wir zu passiv und ohne Druck gespielt haben. Vor allem in der ersten Hälfte haben wir nur quer gespielt und Zwille (Torhüter Christian Rüger, Anm. d. Red.) hat uns im Spiel gehalten. Die zweite Hälfte war wesentlich besser.“
Besonders ärgerlich war aus seiner Sicht die Phase nach der eigenen Führung: „Als wir beim 26:25 das Momentum auf unserer Seite hatten, haben wir diesen Vorteil durch schlechte Entscheidungen fahrlässig wieder hergeschenkt.“
Neben dem Entscheidungsverhalten im Angriff sah Böhm vor allem in der Zweikampfführung auf den Halbpositionen sowie im Umschaltspiel in beide Richtungen noch Entwicklungspotential.
Aus Groß Lafferde nehmen wir damit keine Punkte mit. Gleichzeitig hat die Partie gezeigt, dass wir auch gegen einen starken Gegner über weite Strecken mithalten können. Entscheidend wird nun sein, die guten Ansätze aus der zweiten Halbzeit mitzunehmen und die angesprochenen Baustellen in der kommenden Trainingswoche konsequent anzugehen.

